Ist Honig gesund oder nicht?

Und - was meinst du als Bienenfreund: Ist Honig gesund oder nicht? Oberflächlich betrachtet, sollte er eigentlich gesund sein, schließlich ist es ein Naturprodukt, richtig? Urgroßmutter wusste eine Menge über die tatsächliche oder vermeintliche Heilwirkung. Deswegen wurde Honig früher als Hausmittel bei allerlei Zipperlein eingesetzt. Was ist davon heute zu Zeiten des “hektisch-und-schnell-gesund-werdens” übrig? Ist Honig immer noch gesund? Schaun wir mal.

Von ungesunden und gesunden Inhaltsstoffen

Die gute Nachricht: Honig ist ein Lebensmittel, frei von Cholesterin, Fett, chemikalischen Stoffen und künstlichen Geschmacksverstärkern. Die schlechte Nachricht: Honig enthält keine Ballaststoffe, keine Proteine und ist nicht gerade als diätetisches Lebensmittel geeignet. Angeblich soll Honig sogar fördernd auf den Appetit sein und aufgrund der begrenzten Menge, die man normalerweise verzehrt, ist er nicht gerade ein Sattmacher. Die Waagschale ist hier also ausgeglichen.

Zucker, Zucker, Zucker und Wasser

Zucker ist der Hauptbestandteil von Honig. Aber: dieser Zucker hat nichts mit dem weißen Industriezucker zu tun. Der im Honig enthaltene Zucker besteht aus Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose). In kleineren Mengen kommen noch zusätzlich zu diesen Einfachzuckern Zwei- oder Dreifachzucker hinzu, doch diese spielen eher eine untergeordnete Rolle. Fructose und Glucose machen bis zu 80 Prozent des Honigs aus, der Rest ist Wasser.

Das wars noch nicht….

Gut, im Honig stecken eine Menge Zuckerstoffe und Wasser. Das ist aber noch nicht alles, denn im Honig tummeln sich noch ein paar Vitamine, Antioxidantien, Mineralstoffe und Inhibine. Letztgenanntes ist ganz besonders interessant, denn als Inhibine wird eine bestimmte Gruppe entzündungshemmender Wirkstoffe bezeichnet, die da wären: Enzyme, Flavonoide und Harze. Zudem enthält Honig geringe Mengen Wasserstoffperoxid, ein antibakteriell wirksamer Stoff.

Der Blick in die Ferne

Als Bienen- und Honigfreund kennst du natürlich Manuka Honig. Und sicher weißt du auch, dass aufbereiteter Manuka Honig der einzige Honig ist, der von der gesetzlichen Seite her als “gesund” bezeichnet werden darf (Medihoney). Manuka Honig kommt aus Neuseeland und er enthält in nennenswerten Mengen Methylglyoxal. Diese als MGO abgekürzte Substanz hat eine antimikrobielle Wirkung und es ist ein Honig, der eher zu Heilzwecken denn als Genussmittel eingesetzt wird. Dazu wird neuseeländischer Manuka Honig mit seinem hohen Gehalt an MGO und Blütenhonig mit einem hohen Wert an Wasserstoffperoxid gemischt, per Gamma-Strahlung keimfrei gemacht und als Wundmittel gehandelt. Sogar Kliniken nutzen diesen gesunden Honig zur Wundbehandlung.

Was die Urgroßmutter noch wusste

Kehren wir von Neuseeland wieder in unsere Gefilde, ist Honig ein Lebensmittel. Dennoch kennt sicher jeder die Verwendung von Honig als Hausmittel. Heiße Milch mit Honig, um besser einschlafen zu können. Fenchelhonig, um den zornigen Bauch zu beruhigen. Die süße Köstlichkeit in allen Variationen, um eine Linderung bei Halsschmerzen einzuläuten. Honig als Energiespender. Honig ist ein Lebensmittel, ja - aber eines, das im Rahmen einer gesunden Ernährung durchaus genannt werden sollte.

Gesund hin und her - die Zähne mögen ihn nicht

Für die Zähne und die darauf lebenden Bakterien macht es kaum einen Unterschied: Sie lieben Zucker, ob er nun aus dem Honig kommt oder aus der Fabrik. Den Zucker aus dem Honig lieben sie sogar noch ein klein wenig mehr, denn Honig klebt etwas länger an den Zähnen als herkömmlicher Zucker. Zeit genug, für Bakterien, sich zu vermehren. Nicht umsonst rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, den Zucker (und Honig) Konsum auf unter zehn Prozent der Gesamtenergiezufuhr zu beschränken. Quelle: https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/position/DGE-Position-WHO-Richtlinie-Zucker.pdf

Und nun? Ist Honig jetzt gesund oder nicht?

Honig ist ein gesundes Lebensmittel, Medihoney ist ein medizinischer Honig mit einer ausgezeichneten Heilwirkung. Wie bei allen Lebensmitteln macht es die Dosis aus, ob gesund oder nicht gesund. Täglich ein halbes Glas Honig ist sicher nicht gesund, täglich das Frühstücksbrötchen damit bestreichen, dürfte eher dem Organismus gut tun. Und: Honig als Zuckerersatz ist eine gute Alternative, möchte man dem weißen Industriezucker abschwören. Honig kann den Tee versüßen, über das Müsli gegeben werden, für den Schuss Pfiffigkeit beim Sonntagsbraten sorgen und verdient es auch, dass man ausnahmsweise einfach mal so an ihm schleckt. Honig hat nämlich im Gegensatz zum Zucker einen immensen Vorteil: Er schmeckt je nach Sorte süß, fruchtig, herb oder zart. Das tut der Seele gut - und eine glückliche Seele ist schließlich auch für das Wohlbefinden zuständig, richtig?

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