Die Bienenbeute – Infos, Erfahrung, Kaufempfehlung

Vereinfacht gesagt, bezeichnet eine Bienenbeute die Behausung für Bienen. Der feine Unterschied zum Bienenstock liegt darin, dass eine Bienenbeute die reine Behausung ohne Bewohner betitelt. Sind die Insekten „eingezogen“, wird aus der Bienenbeute ein Bienenstock.

Vernünftige Bienenbeute gesucht? Hier hab ich meine zwei Lieblings Varianten für Dich aufgelistet (für welche Bauart man sich entscheidet, ist Geschmackssache, ich setze auf Zander & Langstroth):

Zander Bienenbeute Langstroth Bienenbeute
Bild: manuell 4 waben honigschleuder motor-honigschleuder
Bauart Nach Dr. Enoch Zander (1873 – 1957) Nach Lorenzo Langstroth (1810 – 1895)
Eigenschaften - 10 Waben
- 30 Rämchen (3 Zargen)
- gedrahtet und geöst
- aus astfreiem Holz, Fichte/Tanne
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Du möchtest Dich in die faszinierende Welt des Imkerns begeben? Dann wirst Du sehr häufig auf den Begriff „Bienenbeute“ stoßen. Kaum ein anderes Thema sorgt unter Imkern für mehr Diskussionen, Gesprächsrunden und Glaubensvielfältigkeit. Ob das bekannte Zitat „Zwei Imker, drei Meinungen“ aus einem hitzige Dialog unter Imkern über Bienenbeuten herrührt, ist unbekannt. Umso bekannter sind die verschiedenen Systeme im Bereich Bienenwohnung, die es heute gibt, dazu später mehr.

Der Begriff „Beute“ im Zusammenhang mit der Imkerei beschränkte sich im 19. Jahrhundert übrigens auf Schlesien. Erst durch die langsame Umstellung der Korbimkerei zur Kastenimkerei in weiteren Regionen Deutschlands wurde der Begriff häufiger genutzt.

Heute sind Bienenbeuten zwar immer noch einfach, doch hochmodern. Im Idealfall lässt sich die Bienenbehausung komplett auseinandernehmen und flott wieder zusammensetzen. Die Waben sollten einzeln entnommen werden können und einige Beuten ermöglichen das komplette Teilen der Bienenwohnung. Es ist wichtig, eine Bienenbeute zu haben, die sich leicht reinigen lässt und dass die Honigernte nicht die ganze Zeit in gebückter Haltung stattfindet.

So sehr Bienenbeuten auch unter den Imkern zu polarisieren vermögen, über die Ziele einer „guten“ Bienenbeute scheinen sich alle einig zu sein:

• Die Bienenbeute soll den Tieren eine natürliche Lebensweise ermöglichen.
• Durch die Behausung sollen sich gesunde, starke Bienenvölker entwickeln.
• Einen Bienenbeute muss sich der Größe des Bienenvolkes flexibel anpassen können.
• Die Arbeit des Imkers soll durch die Bienenbeute erleichtert werden.

Bienenbeute – was ist das genau?

Wie schon angesprochen, handelt es sich um die Wohnung eines Bienenvolkes, es ist damit - neben der Honigschleuder - eines der wichtigsten Investitionen eines jeden Imker. Allerdings gibt es gravierende Unterschiede, die auf verschiedene Systeme diverser mehr oder weniger bekannter Imker zurückgehen.

Die meisten Imker nutzen heute eine Magazinbeute. Bei einer solchen Beute werden die einzelnen Zargen übereinander gelegt. Dabei handelt es sich um Kisten, in die die Rähmchen mit den Bienenwaben eingehängt werden. Der Begriff „Magazinbeute“ rührt daher, dass die einzelnen Zargen gestapelt werden können.

Aufbau

Schöne Zanderbienenbeute aus Holz
Schöne Zanderbienenbeute aus Holz

Eine Zarge ist eine Etage in einem Magazin. Eine komplette Bienenbeute besteht aus mehreren Bestandteilen:

• Das Bienenhaus
• Zarge
• Rähmchen
• Mittelwand
• Wabe
• Wabenzelle
• Königinnengitter
• Bodenschublade

Besonders die Bodenschublade verdient besondere Beachtung. Dabei handelt es sich um einen Einschub auf dem Boden. Dieser Einschub wird in Fachkreisen als Gemüll- oder Diagnose-Windel bezeichnet. Ein Gitter über diesem Einschub verhindert, dass Bienen hier aufräumen – und so kann ein erfahrener Imker abschätzen, in wie weit sein Volk von der gefürchteten Varroamilbe befallen ist. Diese sammeln sich nämlich unter dem Gitter auf dem Einschubboden.

Magazinbeuten – meist genutzt

Weltweit verwenden die meisten Imker Magazinbeuten. Diese Art der Unterbringung ersetzt ein Bienenhaus. Eine Magazinbeute kann ganzjährig auf einem simplen Holzgestell aufgestellt werden. Dadurch ist flexibles „Umziehen“ mit einem Bienenvolk leicht realisierbar.

Den Bienen selbst ist ihre Art der Behausung mehr oder weniger egal, solange sie vor der Witterung geschützt sind und so agieren können wie in freier Wildbahn.

Die ersten Magazinbeuten wurde so um 1850 gebaut und haben ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten. Es gibt einige Unterarten von Magazinbeuten, doch sie folgen alle einem ähnlichen Aufbau: Der Boden als Fundament mit ein oder zwei Zargen für den Brutraum. Darauf folgt die Honigzarge, bevor der Deckel das ganze abschließt.

Magazinbeuten und ihre Unterarten

• Langstrothbeuten

Lorenzo Langstroth (1810 – 1895) entwickelte die Imkerei wesentlich weiter, indem er im Sommer 1851 den sogenannten „Bienenabstand“ entdeckte. Dabei handelt es sich um den idealen Abstand zwischen Waben und Beutenwand, der von den Bienen nicht mehr mit Propolis und Wachs überzogen wird. Im Jahre 1853 stellte er die Urform der heutigen Magazinbeute vor, nach deren Vorbild bis heute die moderne Imkerei aufbaut.

• Dadantbeuten

Im Jahre 1863 entwickelte Charles Dadant (1817 – 1902) ein Beutesystem, welches auf den Erkenntnissen von Langstroth aufbaute. Dadantbeuten werden heute hauptsächlich bei den sogenannten „Buckfastbienen“ eingesetzt, einer Unterart der Westlichen Honigbiene. Im Gegensatz zur Langstrothbeute ist die Brutwabe bei der Dadantbeute doppelt so groß wie die Honigwabe.

• Zanderbeuten

Dr. Enoch Zander (1873 – 1957) entwickelte die sogenannten Zanderbeuten, die vor allem in Süddeutschland sehr rege genutzt werden. Er benutzte das Rähmchenmaß 42 x 22 cm, allerdings sind heute zwei Systeme von Zanderbeuten erhältlich: Einmal das Normalmaß und einmal das modifizierte Zanderrähmchen. Letzteres bietet durch einen breiteren Steg mehr Stabilität.

• Erlanger Magazinbeute

Die Erlanger Magazinbeute geht in ihrem Ursprung auf die Zanderbeute zurück. Sie wurde von der einstigen „Bayrischen Landesanstalt für Bienenzucht in Erlangen“ (heute Fachzentrum Bienen, Bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim) entwickelt. Der Clou einer solchen Bienenbeute ist die Flexibilität. Die Bruträume können mittels eines Kippbeschlages voneinander getrennt werden, ohne das Magazin auseinanderzubauen. Zudem kann die Beute ohne zusätzlichen Wandergurt transportiert werden.

• Segeberger Beute

Was in Süddeutschland die Zanderbeute ist, nennt sich in Norddeutschland Segeberger Beute. Sie enthält pro Zarge elf Rähmchen und besteht im Original aus Styropor.

• Hinterbehandlungsbeuten

Die Hinterbehandlungsbeute ähnelt vom Bauprinzip her einem Schrank. Während der Imker die Magazinbeute von oben her bedient, geschieht dies bei der Hinterbehandlungsbeute von der Rückseite aus. Bis in die 1970er Jahre war diese Beuteform die am häufigsten genutzte in Deutschland. Obwohl der praktische Nutzen durch die Zugänglichkeit aller Etagen enorm ist, überwiegen doch die Nachteile. Eine solche Bienenbeute ist sehr unflexibel, da der Raum fest vorgegeben ist. Als weiterer Nachteil gilt die eigentliche Honigernte. Während bei einem Magazin die komplette Zarge nach außen gebracht wird, müssen bei der Hinterbehandlungsbeute die einzelnen Waben mühsam entnommen werden.

Bienenbeuten in anderen Ländern

• Klotzbeute

Bei der Klotzbeute handelt es sich um einen ausgehöhlten Baumstamm. Diese Bienenbeute ist in Deutschland kaum noch anzutreffen, dafür wird sie im asiatischen Raum häufig eingesetzt.

• Lagerbeute

Die Lagerbeute ist besonders in Afrika zu sehen. Kurioserweise nutzen die Bewohner die Lagerbeute dafür, um Elefanten von ihren Feldern zu vertreiben. Dies geschieht mit Hilfe eines Drahtes, der die Lagerbeuten miteinander verbindet. Kommt ein Elefant an den Draht, geraten die Beuten in Schwingung. Das wiederum veranlasst die Bienen auszufliegen – und die Elefanten türmen angesichts der kleinen, wehrhaften Insekten.

• Horizontalbeute

In Afrika, Asien und Amerika kommen teilweise noch Horizontalbeuten zum Einsatz. Meist handelt es sich dabei um liegende, gestapelte Zylinder aus den Materialien, die im jeweiligen Landstrich zur Verfügung stehen.

Das Baumaterial von Bienenbeuten

Bienenbeuten werden aus Holz oder Hartstyropor gebaut. Styropor hat natürlich den Vorteil des leichten Gewichts, der sich allerdings in windanfälligen Gegenden schnell zum Nachteil entwickeln kann. Beuten aus Styropor kann man nicht einfach selber bauen. Zudem zieht das Material trotz seiner unnatürlichen Stofflichkeit diverse Tiere an, die sich ohne Probleme bis ins Innere eines Bienenstocks durchfressen können.

Holzbeuten hingegen sind ein von Hause aus natürliches Material, inklusive Atmungsaktivität und kaum anfällig für Schimmel. Bio-Imker arbeiten ausschließlich mit Holzbeuten.

Warmbau oder Kaltbau?

Obwohl die Bezeichnung auf Temperatur schließen lässt, hat der Warm- oder Kaltbau nichts mit einer Wärmeentwicklung zu tun. Beim Warmbau stehen die Waben quer zum Flugloch, beim Kaltbau parallel. Eine allgemein schlüssige Empfehlung, welcher Bau besser ist, lässt sich so nicht sagen. Der eine Imker schwört auf den Warmbau, der andere auf den Kaltbau. Hier greift eingangs erwähntes Zitat: „Zwei Imker, drei Meinungen“.

Was gehört noch zu einer Bienenbeute?

Neben dem System, dem Material und der Bauart fehlen natürlich noch wichtige Elemente. So beinhaltet eine moderne Bienenbeute bewegliche Waben, die einzeln aus der Beute entnommen werden können. Die Waben sind in die Rahmen verbaut. Deren Größenordnungen variieren, teilweise sogar je nach regionaler Verwendung.

Durch einen Gitterboden gelangt Luft in das Innere, sodass eine ausgeprägte Feuchtigkeitsbildung verhindert wird.

Die eigentliche Bienenbeute unterteilt sich in Brut- und Honigraum. Ein Absperrgitter verhindert, dass die Königin ihre Eier in die Honigwaben legen kann.

Selber bauen?

Mit etwas handwerklichem Geschick kann eine Bienenbeute selbst gebaut werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, schaut sich nach einem Bausatz um. Die Landesanstalt für Bienenkunde – Hohenheim stellt einen Bauplan zur Verfügung, der eine Einfachbeute samt Materialliste enthält.

Zum Bauplan --> https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/uploads/media/einfachbeute_04.pdf

Und das passende Video dazu:

Bevor man sich ans Werk macht, muss man sich über einige grundsätzliche Überlegungen im Klaren sein.

Warmbau oder Kaltbau? Der hier aufgeführte Bauplan beschreibt eine Zanderbeute im Kaltbau. Rähmchen müssen also dem Zandermaß entsprechen. In dem Bauplan sind die Anleitungen für das Magazin, den Gitterboden, den Innendeckel und den Futterdeckel enthalten. Wer nach Deutschem Normalmaß imkern möchte, muss die Daten auf den Warmbau umrechnen und anpassen.

Außerdem sollte auf die Wahl der Materialien genau geachtet werden. Gutes Holz hat seinen Preis. Doch da die Bienenbeute ganzjährig der Witterung ausgesetzt ist, lohnt hier ein genauer Blick.

Bienenbeute kaufen

Zander Bienenbeute Langstroth Bienenbeute
Bild: manuell 4 waben honigschleuder motor-honigschleuder
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Die Hersteller von Bienenbeuten unterscheiden sich fast ausnahmslos von anderen Herstellern: Meist sind es kleine Familienbetriebe, die die Liebe zur Imkerei antreibt. Dehner Bienen dürfte zu den größten Herstellern von Bienenbeuten zählen. Im Angebot befinden sich innerhalb des enormen Sortiments auch Bienenbeuten nach Zander sowie Deutsch Normal. Janisch, Bienenweber, Bergwinkel oder Blaschke – jeder Imker schwört auf „seinen“ Hersteller.

Tipp: Einfach eine gute Bienenbeute kaufen. Diese lässt sich dann ganz simpel nachbauen. Alternativ ist es eine Überlegung wert, ob nicht doch ein Bausatz mit Anleitung und Vorbohrung sinnvoller erscheint.

Zu guter letzt, mein Fazit

Die Bienenbeuten stellen quasi die Basis der Imkerei dar. Sie sind die Behausungen der Tiere und werden unterteilt in Brut- und Honigraum. Im Brutraum befinden sich Waben für Arbeiterinnen und Drohnen. Für den Honigertrag nehmen einige Faktoren Einfluss. Teilweise lassen sich diese nicht beeinflussen – etwa beim Wetter. Anders sieht es bei der Bienenbeute aus. So ermöglicht etwa eine Magazinbeute eine Erweiterung der Honigräume. Je nach Beutesystem befinden sich in einer Zarge etwa 8 bis 12 Waben. So hat das Zandermaß Ausführungen mit 8,9 oder 10 Waben pro Zarge. Letztendlich muss jeder Imker für sich selbst entscheiden, mit welcher Bienenbeute er am besten zurechtkommt. Und natürlich die Bewohner – um deren Wohl geht es schließlich!