Bienenwachs

Das spannende Thema der Honiggewinnung haben wir an anderer Stelle ja schon ausführlich besprochen. Zur Sprache kam auch das sogenannte „Entdeckeln“, denn die Arbeitsbienen verschließen den Honig mit einem Wachsdeckel. Bevor Du also den Honig schleudern kannst, muss du diese Wachsschicht entfernen – und bekommst so das wertvolle Bienenwachs. Natürlich wird ein Imker auch hin und wieder alte Waben entfernen oder zwei Völker zusammenlegen, auch so erntet er Wachs.

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Ein kleines bisschen Geschichte

Im Mittelalter waren die sogenannten „Zeidler“ hochangesehen. Allerdings nicht, weil sie Honig sammelten, sondern weil sie Wachs anboten. Es war deutlich teurer als Fleisch, so konnten es sich nur Adels- und Kirchenhäuser den Gebrauch von Bienenwachskerzen leisten. Um den Zeidler bei Laune zu halten, bekam er Rechte.

So durfte er beispielsweise eine Armbrust tragen und er unterstand auch seiner eigenen Gerichtsbarkeit, dem Zeidelgericht. Die Abgaben, die er zu zahlen hatte, waren hoch, so musste ein Zeidler Beutezins, Honiggülden und natürlich eine Wachssteuer an die Lehnsherren entrichten. Übrigens erging es damals Bienenräubern, Honigdieben oder wildernden Wachssammlern überhaupt nicht gut, wenn sie erwischt wurden: Die Strafen variierten zwischen der „Amputation“ der Hand oder sie wurden gleich am Beutenbaum aufgehängt. Damals lebten die meisten Wildbienen noch in ausgehöhlten Baumstämmen – dem Beutebaum.

Erst, als die ersten Öllampen aufkamen, verringerte sich die Bedeutung von Wachs und der Honig rückte als Bienenerzeugnis in den Vordergrund.

Ein kurzer Blick auf die Entstehung von Bienenwachs

Falls du dich schon mal gefragt hast, warum Bienenwachs so teuer ist: Um ein Kilo Bienenwachs aus dem Hinterleib zu schwitzen, muss eine Biene rein rechnerisch etwa vier Kilo Honig verzehren. Andersherum: Erntest Du 100 Kilo Honig, ergibt das ungefähr 1 Kilo Wachs.

Da ein durchschnittliches Bienenvolk um die 50 Kilo Honig einbringt, bekommt der Imker zwischen 500 und 800 Gramm Wachs. Somit ist Bienenwachs ein wertvoller Rohstoff, der eigentlich viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Die Verwendung des Wachses

Bienenwachs wird sowohl industriell als auch im Hobbybereich genutzt. Es dient als Trennmittel in der Süßwarenindustrie (etwa bei Gummibärchen), es wird auch heute noch zur Herstellung von Kerzen genutzt, es hat in der Leder- und Holzpflege einen hohen Stellenwert und es ist ein natürlicher Grundstoff bei der Herstellung verschiedener kosmetischen Produkte.

Die Gewinnung

Es gibt zwei Wege, Bienenwachs zu gewinnen: durch das Einschmelzen von Waben und durch das Entdeckeln. Ersteres besteht oft aus bebrüteten Waben, die aus hygienischen Gründen nicht mehr genutzt werden. Letzteres hingegen ist jene Wachsschicht, mit der die Tiere ihren Honig „einschließen“. Diese Wachsschicht wird mit einer speziellen „Gabel“ abgekratzt und gesammelt, bevor es eingeschmolzen wird.

Das Entdeckeln mag mühsam sein, lohnt sich aber. Das Wachs ist hell, riecht gut und hat kaum Rückstände. Auch das Wachs aus unbebrütetem Wildbau ist von ausgezeichneter Qualität, wird aber gerne wieder in den Imker-Kreislauf gebracht, indem daraus Wabenvordrucke (Mittelwände) herzustellen.

Das Schmelzen

Wie bei den Honigschleudern auch, gibt es unterschiedliche Verfahren, um das Wachs einzuschmelzen. Wenn Du nur wenige Bienenvölker Dein eigen nennst, solltest Du mit einem Sonnenwachsschmelzer hinkommen. Hier hilft Dir die Sonnenenergie, was natürlich die Abhängigkeit des Wetters zur Folge hat.

Strebst Du eine größere Bienenhaltung an, ist die Anschaffung eines Dampfwachsschmelzers eine Option. Die Waben werden dabei durch Wasserdampf eingeschmolzen. Am Ende steht noch das Filtern und Reinigen des Wachses auf der Agenda – Du siehst, der Preis für gutes Bienenwachs hat seine Berechtigung.

Bienenwachs – die verschiedenen Formen

Viele regionale Imker verkaufen ihr Wachs ungefiltert am Stück, also in Brocken. Die Farbe schwankt zwischen einem grauen und bräunlichen Farbton – sofern es sich nicht um Entdeckelungswachs handelt, dieses ist fast immer hell. Im Handel findest Du Bienenwachs am Stück, in Form von Platten oder als Pastillen.
Du möchtest Brust- oder Auflagen machen? Dann nimmst du Platten mit glatter Oberfläche. Du möchtest Kerzen rollen? Dann sind Platten mit Wabenmuster das Produkt der Wahl. Dir schwebt die Eigenherstellung von Naturkosmetik vor? Nimm Bienenwachspastillen. Blöcke empfehlen sich nur bei der Herstellung größerer Mengen, also wenn Du etwa Leder- oder Holzpflege für Dich und deine gesamte Verwandtschaft herstellen möchtest.

Erst mal probieren?

Ich hoffe, dieser kleine Exkurs in Sachen Bienenwachs hat Dir gefallen? Falls Du erst einmal in das Thema „DIY mit Bienenwachs“ reinschnuppern möchtest, empfehle ich Dir die Bienenwachspastillen von beegut. Diese lassen sich ausgezeichnet als Grundzutat in der Naturkosmetik oder Holz- beziehungsweise Lederpflege verarbeiten. Sie sind frei von Rückständen, was in Deutschland kontrolliert wird. Auch zur Herstellung von Kerzen können die kleinen Pastillen genutzt werden. Bienenwachs, wie es sein soll, probiere es aus!