Bienenwachskerzen und Teelichter

So, wie die Honigschleuder zur Grundausstattung in der Imkerei gehört, ist das Wachsschmelzgefäß ein praktischer Helfer beim Einschmelzen von Kerzenwachs. Gut, du kannst das Wachs auch in einem ganz normalen Wasserbad schmelzen, doch wenn du lange Kerzen ziehen möchtest, benötigst du ein hohes Gefäß, in das du den Docht eintauchen kannst. Doch der Reihe nach.

Vom Ausschwitzen und Ernten

Bienenwachs ist ein reines Naturprodukt, die Tiere „schwitzen“ es sozusagen aus, um damit ihre Waben zu bauen. Diese dient als Lagerort aber auch als Brutstätte. Schlüpft die Biene, bleibt die Puppenhaut in der Zelle zurück. Das ist mit ein Grund dafür, warum die Zelle im Laufe der Zeit immer kleiner und dunkler wird. Ein anderer Grund ist die Einlagerung von Pollen und Propolis.

Hat die Wabe einen zu dunklen Ton, wird sie vom Imker entnommen und im Dampfwachsschmelzer verflüssigt. Das ist der erste Schritt zur Reinigung von Bienenwachs. Denn auf diese Art können die Puppenhäute und weitere Schwebstoffe vom Wachs gelöst werden. Am Ende der Reinigungs- und Filterkette steht gelbes Bienenwachs, ideal zur Kerzen- oder Teelichtherstellung.

Ungereinigtes Wachs zur Kerzenherstellung verwenden?

Würdest du das Wachs, so wie es ist in eine Kerzen- oder Teelichtform gießen, hättest du keine Freude. Denn die im ursprünglichen Wachs enthaltenen Partikel wie Puppenhäute oder Propolis würden verhindern, dass das Wachs abbrennen kann. Propolis würde sogar zu kleinen „Explosionen“ führen, die Kerze würde also - mit ungereinigtem Wachs - dauernd Knallgeräusche von sich geben und vermutlich gelänge es nicht einmal, sie zu entzünden.

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Kerzen herstellen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Kerzen aus Bienenwachs herzustellen. Jede einzelne davon macht Spaß und bringt die heimelige Gemütlichkeit, wie sie eigentlich nur echtes Bienenwachs liefern kann. Beim Verbrennen werden Stoffe freigesetzt, im Falle von Bienenwachskerzen sind diese natürlichen Ursprungs und diese verströmen auch den feinen Duft.

Kerzen gießen

Die einfachste Form der Kerzenherstellung ist das Gießen. Dazu benötigst du Gussformen und Dochte. Das Wachs wird in einem Wasserbad oder Dampfwachsschmelzer erhitzt, bis es flüssig ist. Die ideale Temperatur zum Gießen liegt zwischen 74 und 77 Grad, heißer sollte das Wachs nicht sein.

Im Vorfeld hast du bereits die Form mit dem Docht bestückt, diesen kannst du ganz einfach mit einem Tropfen Wachs am Boden der Gussform bekleben und am oberen Ende fixierst du ihn mit einem Zahnstocher oder mit einer Haarklammer.

Gieße das Wachs zügig in die Form, denn sonst siehst man später die Gussränder. Beim Abkühlen zieht sich das Wachs leicht zusammen, so solltest du die erkaltete Kerze leicht aus der Form lösen können. Gibt es hier unerwartet doch mal Schwierigkeiten, dann lege die Kerze samt Gussform für eine Stunde ins Gefrierfach und versuche es danach erneut.

Kerzen rollen

Wenn du gerollte Kerzen haben möchtest, benötigst du Bienenwachsplatten. Diese erwärmst du leicht mit dem Fön, fixierst den Docht und rollst sie einfach auf. Um das Ende zu fixieren, nimmst du nochmals den Fön zur Hand und erwärmst den Bereich, um ihn festzukleben.

Wahlweise nimmst du Platten mit dem typischen Wabenmuster oder du entscheidest dich für die glatte Variante. Die fertige Kerze kann mit Ornamenten auf der Vorderseite hübsch verziert werden. Hier gibt es wahre Meister, die aus einer simplen Wachsplatte zauberhafte Kunstwerke herstellen können. Du kannst deiner Kreativität freien Lauf lassen.

Kerzen ziehen

Um lange, schmale Kerzen herzustellen, benötigst du das eingangs erwähnte Wachsschmelzgefäß und zwei Schrauben beziehungsweise Muttern. Beim Zurechtschneiden des Dochts nimmst du die doppelte Menge der gewünschten Kerzenlänge und gibst jeweils noch für die Enden etwas hinzu - lieber etwas mehr Docht verwenden als später zu wenig eingeplant zu haben. Nach dem Zurechtschneiden des Dochtes bindest du die Schrauben oder Muttern an das jeweilig Ende des Dochtes. Diese fungieren als Gewicht, damit die Kerzen schön gerade werden.

Jetzt tauchst du den Docht in das Wachs ein - schön langsam, aber gleichmäßig. Herausziehen, kurz warten, wieder eintauchen. Das kann locker 20 mal oder mehr wiederholt werden, einfach so lange, bis die Kerze die gewünschte Form hat.
Hänge sie zum Trocknen frei auf, danach schneidest du den Docht und die Gewichte ab und hast feine, selbst gezogenen Kerzen.

Teelichter selber machen

Teelichter sind nicht nur in der Weihnachtszeit ein Highlight. Die kleinen Mini-Kerzen, die einst als Wärmelieferant für Tee erfunden wurden, verströmen als Deko-Element Gemütlichkeit und Wohlfühlatmosphäre.

Auch Teelichter kannst du aus Bienenwachs ganz leicht selber machen. Im Prinzip werden diese genau wie Kerzen hergestellt, nur das die Form eben deutlich kleiner ist. Im Handel gibt es Formen aus Aluminium zu kaufen, doch es ist sicher eine Überlegung wert, auf die umweltbelastenden Aluschalen zu verzichten und sich gleich Gefäße aus Glas zu kaufen , zumal diese auch optisch mehr bieten.

Das Bienenwachs

Zum Schluss gebe ich dir noch ein paar Anregungen zum Bienenwachs mit auf den Weg. Das Wachs ist die Basis der Kerze. Kaum etwas ist so ärgerlich, als beim Kerzen machen stundenlang in der Küche zu stehen, um am Ende festzustellen: Die Kerzen brennen gar nicht. Das kann bei Wachs, welches du lokal bei deinem Imker gekauft hast, schon passieren - ohne die Qualität des Wachses schmälern zu wollen! Doch kaum ein Imker nimmt die aufwendige Reinigung in Eigenregie vor.

Deswegen empfehle ich dir, gereinigtes Bienenwachs zu kaufen - z.B. dieses Produkt hier, online erhältlich. Diese sind rückstandsfrei, haben ein gutes Schmelzverhalten und ergeben schöne Kerzen oder Teelichter mit einem guten Brennverhalten. Das Wachs duftet typisch nach Bienenwachs, wird in einer praktischen, wiederverschließbaren Verpackung geliefert und kann bei angemessener Lagerung zwei Jahre aufbewahrt werden. Doch ich bin sicher – so lange hält sich das Bienenwachs nicht – dazu gibt es einfach zu viele Verwendungsmöglichkeiten.