Blütenpollen – gesunder Mehrwert

Die meisten Imker haben eine Honigschleuder, vielleicht sogar auch ein Propolisgitter. Zu den eher weniger genutzten Gegenständen gehört die Pollenfalle. Es ist extrem zeitraubend und aufwendig, Blütenpollen zu einzubringen. Dabei geht eigentlich nichts über regionalen, selbst geernteten Blütenpollen. Warum das so ist, welchen Nutzen Pollen hat, was das überhaupt ist und warum viele Imker auf die Ernte verzichten, das schauen wir uns nachfolgend mal genauer an.

Was sind Blütenpollen?

Bienen sammeln Pollen, um damit die Nachzucht aufzuziehen. Es handelt sich dabei um Blütenstaub, also um die männliche Samenzelle einer Blüte. Jeder Pollenallergiker kennt die Zeit des Pollenflugs, wenn der Wind den Blütenstaub verbreitet. Bei allem Verständnis für die Allergiker, doch etwa rund die Hälfte aller Pflanzen sind auf den Pollenflug angewiesen.

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Dabei sorgt beileibe nicht nur der Wind für die Ausbreitung von Pollen, einen maßgeblichen Anteil haben Vögel und Insekten - allen voran Bienen. Wird der Pollen von einer Blüte zur anderen übertragen, nennt sich das Bestäubung. Pollen sind faszinierende Winzlinge, sie beinhalten eine Vielzahl wichtiger Nährstoffe und es ist sogar von antibiotischen Eigenschaften die Rede.

Die Inhaltsstoffe

Blütenstaub enthält unter anderem pflanzliche Proteine, Aminosäuren, Enzyme, Hormone, Fette, Mineralstoffe, Antihistamine, Antioxidantien und Vitamine. Das alleine mag nichts Besonderes sein, doch die Zusammensetzung der einzelnen Inhaltsstoffe ergibt eine perfekte Symbiose, wie sie eigentlich nur in der Natur zu finden ist: voller Nährstoffe.

Interessant zudem: Es sind noch nicht alle Inhaltsstoffe genau identifiziert, was sicherlich auch an der Herkunft der Pollen liegt, jede Pollenart ist anders aufgebaut, da in der Natur zahlreiche unterschiedliche Pflanzen mitwirken. Insgesamt sind im Pollen rund 60 Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten, darunter Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Mangan, Natrium, Phosphor, Jod oder Kupfer.

Proteine

Das rein pflanzliche Protein in den Pollen besteht aus essentiellen Aminosäuren (Isoleucin, Methionin, Lysin, Valin, Tryptophan, Threonin, Phenylalalin). Der menschliche Organismus ist auf die Zufuhr der Aminosäuren über die Nahrung angewiesen. Im Vergleich zu anderen Aminosäuren-Lieferanten wie Käse, Milch oder Eier beinhalten Pollen prozentual gesehen deutlich mehr der essentiellen Substanz.

Enzyme

Ohne Enzyme gäbe es keinen Stoffwechsel. Sie spalten die Nahrung auf, sie sorgen für eine Verwertbarkeit von Vitaminen oder Mineralstoffen. In Blütenpollen stecken zahlreiche Haupt- aber auch Co-Enzyme, die für den funktionierenden Organismus unerlässlich sind.

Vitamine

Im Vergleich des prozentualen Anteils enthält Blütenpollen deutlich mehr Vitamine des B-Komplexes als Obst oder Gemüse. Selbst das Sonnenvitamin D konnte im Blütenpollen nachgewiesen werden, ebenso Vitamin C.

Der Nutzen der Pollen

Blütenpollen werden gelegentlich als wahre „Wundermittel“ angepriesen. In erster Linie sind Pollen ein Nahrungsergänzungsmittel mit positiven Eigenschaften auf den menschlichen Organismus, das stimmt soweit.

Es gibt zwar Studien, die auf eine Wirksamkeit hinweisen, allerdings fanden diese bisher in größerem Rahmen an Tieren und im Labor statt. Dennoch darf nicht außer acht gelassen werden, was die Erfahrungsheilkunde und zahlreiche Heilpraktiker aussagen. So sollen Blütenpollen das allgemeine Wohlbefinden unterstützen, einige Anwender sprechen von einer Stärkung des Immunsystems - allerdings ist das nicht wissenschaftlich bestätigt.

Rein theoretisch könnte Blütenpollen zugetraut werden, das Hautbild zu verbessern. Denn die enthaltenen Inhaltsstoffe wirken einerseits entzündungshemmend und andererseits anregend auf die Zellbildung. Das Gleiche ließe sich über die Wirkung auf die Psyche sagen. Obwohl auch hier nichts eindeutig durch Studien nachgewiesen wurde, legt die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe doch nahe, dass ein leistungsfördernder Effekt gegeben ist.

Aussagekraft der Erfahrungsheilkunde

Einige Experten gehen so weit zu sagen, dass im Blütenpollen alles enthalten ist, was der menschliche Organismus benötigt. Auch wenn das stimmen sollte, ist das kein Freibrief für eine ungesunde Nahrungszufuhr und Lebensweise. Blütenpollen können als Unterstützung einer ausgewogenen Ernährung dienen, ein Allheilmittel sind sie nicht.

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Schaut man sich etwas unter den Anwendern um, ist häufig von einer positiven Veränderung nach der konstanten Einnahme von Blütenpollen zu lesen. Damit schließt sich eigentlich ein Kreis, denn schon in der Antike wurden die kleinen Pollen als Medizin verabreicht. Sie gerieten erst in Vergessenheit, als die Forschung neue, wirksame Therapeutika auf den Markt brachte. Derzeit findet ein Wandel statt. Ein klein wenig zurück zur Natur, ein bisschen mehr Sorgfalt im Umgang mit sich selbst. Und so bekommen Blütenpollen eine wachsende Fangemeinde.

Pollen ernten

Beim Sammel von Nektar bleiben im feinen Haarkleid der Biene winzige Pollen hängen. Mit ihren Hinterbeinen schiebt das Tier den Pollen immer weiter zusammen. So füllen sich langsam die Pollenkörbchen am Bienenkörper, doch auch im Haarkleid bleibt genug hängen.

Bei der Rückkehr in den Bienenstock wird das Sammelgut abgegeben und dort weiterverarbeitet. Hauptsächlich dient er als Futter für den Nachwuchs. Deswegen entnehmen verantwortungsbewusste Imker nie viel Pollen, sondern lassen den Tieren immer noch genug als Nahrung.

Zur Ernte bringt der Imker eine Pollenfalle am Eingang des Bienenstocks an. Dabei handelt es sich um enge Einfluglöcher, durch die Tiere gerade so durchpassen. Auf diese Art streifen sie den Pollen aus dem Haarkleid ab, der in eine Auffangschale fällt.
Pollen muss immer tagesgleich entnommen und sofort getrocknet beziehungsweise eingefroren werden.

Er schimmelt rasend schnell - vermutlich ist das der Grund, warum viele Imker auf die Gewinnung von Pollen verzichten.
Übrigens muss eine Biene rein rechnerisch 25.000 Blüten anfliegen, um ein Gramm Blütenpollen zu produzieren. Das erklärt, warum es rein deutsche Blütenpollen kaum gibt. Der Aufwand ist immens und setzt trockenes Wetter voraus. Die meisten Pollen stammen aus Südeuropa, China, Neuseeland oder teilen Osteuropas.

Besonderheiten

Allergiker müssen aufpassen - Blütenpollen haben ein hohes allergenes Potenzial. Pollenallergiker oder Menschen mit einer Allergie gegen Bienenprodukte sollten keinesfalls eigenmächtig Blütenpollen einnehmen, auch wenn das hin und wieder so propagiert wird. Hier ist unbedingt ein Arzt oder Heilpraktiker zu involvieren.