Buchweizenhonig

Buchweizenhonig ist ein ganz besonderer Honig. Zugegeben - für mich als leidenschaftlicher Imker ist jeder Honig sehr speziell, doch der Honig des Pseudogetreide “Buchweizen” hat schon seine Eigenarten. Diese möchte ich gerne im folgenden Beitrag näher erläutern.
Ein ganz wichtiger Unterschied zu anderen Honigsorten ist der Geschmack. Er schmeckt sehr rustikal, äußerst herb und hat einen intensiven Einschlag nach Getreide. Diese Note bildet den größten Unterschied zu anderen Honigsorten. Das geht so weit, dass dieser Honig auch bei einigen Honigfreunden nicht ankommt.

Honig aus einem Pseudogetreide

Buchweizen (Fagopyrum esculentum) stammt ursprünglich aus Asien und ist ziemlich anspruchsvoll. Kälte? Mag er nicht. Eine kurze Nachtfrostperiode kann dafür sorgen, dass Buchweizen keine Lust mehr hat, seine bis zu 1500 Blüten, die sich pro Pflanze bilden können, Bienen anzubieten.

Bis in das 19. Jahrhundert gab es nahezu in jeder Landwirtschaft ein Buchweizenfeld. Das zu den Knöterich gehörende Gewächs versorgte Menschen und Bienen - auch wenn es “nur” ein Pseudogetreide ist. Für Bienen ist ein nahes Buchweizenfeld paradiesisch: Nektar und Pollen in Hülle und Fülle. Für Bauern und Imker also eine Win-Win-Situation, denn Landwirte profitieren von der Robustheit der Pflanze - sofern es nicht kalt ist.

Kräftiger Geschmack

Es wurde weiter oben schon angedeutet: Buchweizenhonig ist etwas für Freunde des kernigen Geschmacks. Kinder mögen den dunklen Honig eher weniger, er hat eben nicht die Süße, wie ihn beispielsweise Rapshonig zeigt. Buchweizenhonig toppt sogar noch Waldhonig - sprich: er ist deutlich kerniger, fast schon malzig. Das liegt an den Komponenten nach Getreide - und das obwohl Buchweizen zu den Pseudogetreiden zählt. Geschmacklich ist da nichts pseudo - die robuste Dynamik in dem Honig ist real.

Farbe & Geruch

Buchweizenhonig ist im Gegensatz zu herkömmlichen Blütenhonig sehr dunkel. Öffnest du das Glas, schlägt ein sehr gewöhnungsbedürftiger Geruch entgegen. Genau wie die dunkel Farbe ist auch seine Konsistenz etwas anderes, als du normalerweise von Honig gewohnt sein dürftest. Der Geruch der eigenwilligen Honigsorte resultiert übrigens daher, dass in der Buchweizenblüte eine minimale Menge Buttersäure enthalten ist - und die riecht eben etwas streng.

Buchweizenhonig als Delikatesse

Halte deine Nase beim Öffnen des Glases einfach weg und probiere ihn mal im Kaffee. Oder genieße ihn mit Käse und Nüssen. Im französischen Pau am Fuße der Pyrenäen oder in der Region um Carcassonne ist beispielsweise Ziegenkäse mit Honig eine Spezialität, die fast schon Kult ist.

Ein weiteres Rezept: Gratinierte Birnen mit Vanilleeis und Buchweizenhonig obendrauf - wunderbar.