Heidehonig

Heidehonig ist ein echt besonderer Honig. Er wird auf besondere Art geerntet und er schmeckt etwas speziell. Es ist kein “Allerlei-Honig”, ganz sicher nicht. Im folgenden Bericht möchte ich gerne etwas aus dem Heide-Nähkästchen plaudern, denn diese Honigsorte hat einfach etwas mehr Aufmerksamkeit verdient.

Hoch oben im Land

Im Norden Deutschlands gibt es ein großes, zusammenhängendes Heidegebiet - du kennst es: die Lüneburger Heide. Abgesehen davon, dass sich eine Reise in dieses herrliche Landschaftsgebiet immer lohnt, ist es ab August noch sehenswerter: Der gesamte Naturschutzpark blüht. Die Besenheide (Calluna vulgaris), auch als Erika oder Heidekraut bekannt, verwandelt die gesamte Heidelandschaft in ein farbenprächtiges Meer voller Blumen und Blüten. Hier leben Tausende und Abertausende von Bienen, die für Flora und Fauna der Heide unerlässlich sind. Rund 400 Imker arbeiten inmitten diesem Naturparadies und ernten einen besondere Spezialität: Heidehonig.

Der Spätsommer als Hochsaison

Von Anfang August bis etwa Mitte September brummt und summt es durch die Heide. Die relativ späte Blütezeit versorgt die Tiere auch noch spät im Bienenjahr. Dabei spendet die Besenheide nicht nur Nektar in Hülle und Fülle, sie liefert auch ziemlich viel Pollen. Leider sind die Tiere zu dieser Jahreszeit schon am Ende ihrer Kraft (und ihres Lebens), dennoch finden sie wenigstens noch genug Nahrung.

Heidehonig - traditionell & stilecht

Einige Imker halten ihre Bienen so, wie man es seit jeher gemacht hat: In geflochtenen Bienenkörben. Auch gelten etliche Imker als Wanderimker, die mit ihren Bienenstöcken durch die Heidelandschaft ziehen, gerne dorthin, wo Heidschnucken leben. Denn in Regionen der Lüneburger Heide, wo keine Heidschnucken sind, stehen viele Bienen einem grausigen Schicksal gegenüber. Dem Tod im Spinnennetz. Sie verfangen sich in den dichten, festen Netzen ohne eine Chance, wieder rauszukommen.

Der Honig

Heidehonig unterscheidet sich von anderen Honigsorten. Er ist geleeartig, was seinen eiweißhaltigen Inhaltsstoffen geschuldet ist. Durch diese Konsistenz ist die Gewinnung des Honigs eine echte “Heidenarbeit”, die auch zugegebenermaßen nicht jedem Imker liegt. Der Honig kann nicht einfach aus den Waben geschleudert werden, dazu ist seine Beschaffenheit zu zäh. Das ist der Grund, warum Heidehonig oft als Wabenhonig verkauft wird.

Schleudern von Heidehonig

Manche Imker schleudern trotz des enormen Aufwandes den Honig. Dazu erwärmt der Imker den Honig auf 25 Grad, entdeckelt die Waben und sticht sie mit einer Stachelwalze auf - im Fachjargon als “Stippen” bezeichnet. Dadurch wandelt sich kurzzeitig die geleeartige Konsistenz und der Honig kann ausgeschleudert werden.

Der Geschmack

Honigliebhaber schätzen den ungewöhnlichen Honig gerade weder seiner außergewöhnlichen Beschaffenheit und wegen seinem herben Geschmack. Er schmeckt sehr kräftig, sehr würzig und äußerst markant. Er bleibt recht lange flüssig, wobei manche Imker ihn rühren, um eine cremige Konsistenz zu erreichen. Der Wasseranteil im Honig darf bei 21% liegen, was ihn bereits als Ausnahmehonig auszeichnet. Probiere ihn einfach mal aus, jeder Heideimker freut sich über neue Honigfreunde, die den eigensinnigen Geschmack des Honigs aus der Lüneburger Heide zu schätzen wissen.