Honiglikör selber machen

Die meisten Imker machen ihren eigenen Honiglikör und nennen ihn ganz nach altem Brauch “Bärenfang”. In früheren Jahrhunderten war Honiglikör eine Art Standardgetränk in ostpreußischen Haushalten, auch wenn er dort landessprachlich als “Meschkinnes” bezeichnet wurde.

Bärenfang ist bis heute in Osteuropa beliebt, in Deutschland leider nicht. Das verstehe wer will, denn ein guter Honiglikör ist eine echte Delikatesse. ich persönlich rühre ihn sehr gerne in den Tee ein, das gibt dem Teegenuss eine ganz neue Note.

Vorsicht - Hochprozentig

Zugegeben, der Alkoholgehalt (zwischen 25 und 40 %) von Bärenfang ist nicht zu unterschätzen, zumal beim gemütlichen Umtrunk erst mal keine Anzeichen von Rausch bemerkbar sind. Doch wenn die Mixtur aus Honig und Weingeist (oder Wodka) erst einmal im Kopf angekommen ist, ist es zu spät, dann ist das gemütliche Beisammensein nämlich ganz schnell beendet. Deswegen sollte man Honiglikör immer mit Bedacht und Genuss konsumieren.

Hochprozentig ist nicht gleich Hochprozentig

Es gibt unzählige Varianten, Honiglikör selber zu machen. Die einen schwören auf Wodka, die anderen empfehlen Weingeist. Einig sind sich die meisten in der Wahl des Honigs. Hier ist es wirklich besser, auf einen guten Blütenhonig zu setzen, anstatt einen Waldhonig zu wählen. Der Grund ist recht simpel: Waldhonig kann - muss nicht - aber kann einen bitteren Geschmack verursachen.

Die Zutaten entscheiden alles

Du kannst selbstverständlich einen günstigen Discounter-Schnaps nehmen, ebenso schnappst du dir im Vorbeilaufen irgendeinen Honig, der im Angebot ist. Doch dann wundere dich nicht, wenn der Honiglikör allenfalls für den Abguss taugt. Je hochwertiger die beiden Grund-Rohstoffe in ihrer Qualität sind, umso besser schmeckt anschließend der Bärenfang.

Geschmack: Honig!

Die meisten Imker möchten gerne, dass ihr Honig als dominierende Geschmacksnote zum Tragen kommt. Also muss ein Alkohol her, der nicht unbedingt einen robusten Eigengeschmack hat. Auch mit den Gewürzen gehen viele Imker eher sparsam um, denn die häufigsten gewürze Zimt, Nelken und Vanilleschopten können ganz schön kräftige Elemente hervorbringen.

Honiglikör selber machen

Du möchtest erstmals Honiglikör selber machen? Dann nimm einfach nicht allzu viel der Zutaten, sondern mache nur eine kleine Ration zum Testen. Hier das Rezept:

  • 250 Gramm Blütenhonig
  • 0,75 Liter Weingeist oder Wodka
  • Gewürze nach Geschmack

Zuerst erwärmst du ganz langsam und auf kleiner Stufe den Alkohol und gibst anschließend den Honig dazu. Achte darauf, nicht über die magische Grenze von 40 Grad zu kommen, denn ansonsten werden die doch sehr wertvollen Inhaltsstoffe im Honig zerstört, die vertragen nämlich keine Hitze.

Hat sich der Honig komplett aufgelöst, fügst du noch die Gewürze unter. Nimm zu Beginn nicht zu viel an Zimt, Nelken oder Vanille, denn es sind doch ausgeprägte Geschmacksträger.

Reife ist wichtig

Das beste Aroma erzielst du, wenn du das Ganze zwei Monate ziehen lässt. Bestenfalls in einem dunklen Raum und vor allem nicht zu kühl, nicht dass der Blütenhonig zu kandieren beginnt.

Anschließend kannst du ihn durch ein feines Sieb abfiltern. Versuche, das Filtern so ruhig wie möglich durchzuführen. Hintergrund: Am Boden des Gefäßes sollte sich Pollen und andere organische Substanzen abgesetzt haben, je mehr diese aufgewirbelt werden, umso länger dauert das Filtern. Und dann bleibt mir nur zu sagen: Lass es dir schmecken!