Honigrührer- Infos, Erfahrung, Kaufempfehlung

Die Bezeichnung verrät es: mit einem Honigrührer wird Honig gerührt - so simpel ist es fast auch schon. Prinzipiell werden beim Honig drei Formen der Konsistenz unterschieden: Flüssig, cremig oder kristallisiert. Um cremigen Honig zu bekommen, muss er gerührt werden – und schon kommt der Honigrührer ins Spiel. Durch das Verrühren werden Kristalle zerkleinert, bevor diese sich ausbilden können.

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Normalerweise ziehen sich Kristalle gegenseitig an, dadurch wachsen sie, werden größer und fester. Mit dem Honigrührer wird dieser Zusammenschluss verhindert, die Kristalle werden gleichmäßig in der Honigmasse verteilt und so wird das Kandieren verhindert. Dadurch entsteht eine zarte, streichfähige Konsistenz. Oft sieht man im Laden zwei identische Sorten Honig – einer ist dunkel, der andere ist hell. Das Rätsel ist schnell gelöst: der helle Honig wurde cremig gerührt, der dunkle flüssig abgefüllt. Dazu später mehr.

Obwohl fleißige Bienen den Löwenanteil der Honigproduktion leisten, benötigen Imker noch die ein oder andere Gerätschaft, um sich die Honigernte zu erleichtern. Natürlich, Du kannst den Honig aus den Waben entnehmen, filtern und direkt in Gläser abfüllen. Allerdings empfiehlt es sich aus mehreren Gründen, ihm noch einige weitere Arbeitsschritte zukommen zu lassen. So befinden sich trotz bester Filterung immer noch Wachsreste im Honig. Lässt Du den Honig stehen, setzen sich diese winzigen Krümel schnell an der Oberfläche ab. Hier bildet sich eine Art Schaum, der ebenfalls abgeschöpft werden sollte.

Honig – ein echtes Naturprodukt

Naturbelassener Honig kristallisiert immer aus. Das liegt an dem Verhältnis zwischen Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker). Der enthaltene Traubenzucker bildet Zuckerkristalle. So hat beispielsweise einheimischer Blütenhonig einen relativ hohen Anteil an Traubenzucker. In der Folge kristallisiert diese Honigsorte deutlich schneller als beispielsweise ein Waldhonig. Prinzipiell ist das Kristallisieren ein Zeichen für qualitativ hochwertigen Honig, leider hält sich unter den Verbrauchern hartnäckig der Mythos, dass das Kristallisieren von Honig ein Zeichen künstlicher Zuckerzugabe ist.

Viele Imker behandeln ihren Honig je nach Sorte. Die Honigsorten, die zu schnellem Kristallisieren neigen, werden cremig gerührt, während die Honige, die länger flüssig bleiben, auch flüssig abgefüllt werden.

Honig rühren – der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Soll der Honig eine cremige Konsistenz erhalten, wird er mit einem Honigrührer verrührt. Bei diesem Vorgang werden die sich bildenden Zuckerkristalle daran gehindert, sich zu vergrößern. Allerdings ist das nichts, was in ein paar Minuten erledigt ist. Der Imker beginnt mit dem Rühren, sobald sich die ersten Kristalle bilden. Das ist daran erkennbar, dass der Honig leicht trüb wird oder feine Schlieren zeigt.

Gerührt wird über mehrere Tage jeden Morgen und jeden Abend. Soll ein Honig cremig gerührt werden, der sehr lange zum Kristallisieren benötigt, wird diesem einfach kandierter Honig zugegebenen. Das beschleunigt den Prozess des Kristallisierens. In Fachkreisen wird vom „Impfen“ gesprochen.

Danach kann mit dem Honigrührer begonnen werden, die Kristalle zu zerkleinern, allerdings kann sich dieser Aufwand bei einem recht flüssigen Honig über mehrere Wochen hinziehen. Ein Grund mehr, sich einen vernünftigen Honigrührer zuzulegen.

Nachdem im Zeitalter der beginnenden Industrialisierung die Entdeckung des „Rührens“ gemacht wurde, nutzen Imker einst lange Holzrührstäbe, die im unteren Bereich die Form eines Dreiecks hatten. Heute werden Honigrührer meist aus Edelstahl gefertigt. Damals war dies eine schweißtreibende Arbeit und wer heute Kleinmengen hat, greift zwar auch zu einem Handrührer, doch auch dieser ist wesentlich komfortabler als die einstigen Dreikanthölzer.

Wie wird Honig gerührt?

Der erste Tag des Rührens erfordert Ausdauer. Rund 30 Minuten am Stück Rühren. Dabei wird darauf geachtet, dass der Honigrührer komplett in den Honig eingetaucht wird und dass er gleichmäßig gerührt wird. Der Honigrührer wird von außen nach innen und von unten nach oben gerührt. Erfahrene Imker rühren den Honig so, dass keine Luft in den Honig gerührt wird, denn dann bildet sich eine Art Schaum, die mühsam wieder abgearbeitet werden muss. Natürlich, etwas Luft wird zwangsläufig mit eingerührt, doch die Rührtechnik verhindert übermäßige Luftbeimischung. So sollte der Honigrührer immer unter der Oberfläche bleiben.

Wird ein elektrischer Rührer genutzt,kommt der Drehzahl eine hohe Bedeutung zu. Durch eine niedrige Drehzahl wird erreicht, dass zu große Kristalle zerkleinert werden, während kleinere Kristallationskeime gleichmäßig verteilt werden.

Jeder einzelne Rührvorgang dauert so lange, bis der Honig komplett gut durchgemischt ist. Rund zehn Minuten am Morgen und zehn Minuten am Abend sind durchaus realistisch. Vor allem darf keinesfalls Abrieb in den Honig gelangen, weder vom Behälter noch vom Rührer an sich.

Damit der Honig streichfest bleibt, wenden viele Imker einen kleinen Trick an: Nach dem mehrtägigen Rühren verbleibt der Honig im Eimer oder im Hobbock ( größerer Behälter), bis er vollkommen ausgehärtet ist. Dann wird er langsam erwärmt, entweder im Wasserbad oder im Wärmeschrank. Dabei darauf achten, dass der Honig nicht komplett flüssig wird, sondern eher einer zäher Masse gleicht. Letztendlich sollte die Konsistenz so beschaffen sein, dass der der Honigrührer gerade so eingetaucht werden kann. Jetzt wird er gründlich gerührt und abgefüllt. Das Besondere: der Honig bleibt dann genau in dieser Konsistenz.

• Wird er einmal kräftig gerührt: Der Honig bleibt „feinsteif“. Ein Eindrücken mit dem Löffel bleibt bestehen.
• Wird er mehrmals kräftig gerührt: Der Honig wird cremig, eine mit dem Löffel gemachte Vertiefung läuft langsam zu.
• Wird sehr intensiv und kräftig gerührt: Der Honig wird fast schon zu cremig, er wird im Fachjargon als „überrührt“ bezeichnet.

Selber bauen

Einen Honigrührer selber bauen – wer sicher und fit in Sachen Metallbau ist, kann das versuchen. Ansonsten eigen sich sicher viele Dinge zum Selberbauen, doch der Honigrührer fällt nicht darunter. Zudem sind Honigrührer erschwinglich – selbst ein motorisch betriebener Honigrührer lohnt sich in der Anschaffung, immerhin erspart er Unmengen Zeit.

Theoretisch könnte man einen großen Holzkochlöffel zum Rühren verwenden, doch wer einmal versuchte, sich mit einem Holzlöffel zehn Minuten durch eine zähflüssige Masse zu arbeiten, der weiß um die sportliche Leistung, die einem da abverlangt würde. Das ist schlicht nicht realisierbar. Zudem käme auf diesem Weg deutlich zu viel Luft in die Honigmasse, was letztendlich zu dessen Verderb führen würde. Deswegen empfehlen Experten entweder einen händisch zu bedienenden Honigrührer oder ein elektrisch betriebenes Modell. Es kommt auf die Menge der Honigmasse an. Der Honig von rund zehn Bienenvölkern kann sicher noch mit einem Handrührer bearbeitet werden, während alles darüber einen motorisierten Honigrührer sinnvoll erscheinen lässt.

Viele Hobbyimker setzen auf eine leistungsfähige Bohrmaschine. Den Honigrührer einspannen, den Bohrer auf niedriger Drehzahl an und los. Das Resultat nach kurzer Zeit: häufig eine defekte Bohrmaschine. Der Grund liegt in der niedrigen Drehzahl bei der langanhaltenden Belastung. Dafür sind einfache, günstige Bohrmaschinen nicht ausgelegt. Wenn schon eine Bohrmaschine, dann sollte diese etwa 1000 Watt haben, um den Einsatz unbeschadet zu überstehen.

Wie schon angesprochen, kommt es auf die Honigmenge an, die gerührt werden soll. Handelt es sich um eine kleine Menge von bis zu 200 Kilo, reicht beispielsweise der sogenannte Rührstab „Auf und Ab“. Dabei handelt es sich um einen Handrührer aus Edelstahl, der aus einem Handgriff, einer Stange und einer Platte besteht.

.. oder kaufen?

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Wie bereits angesprochen, gibt es den Handrührer „Auf und Ab“ für kleinere Honigmengen. Er kostet um die 30 Euro und zerkleinert aufgrund seiner Beschaffenheit zuverlässig die Zuckerkristalle. Wer es noch etwas kostengünstiger haben möchte, greift auf einen Dreikantholzrührer zurück – allerdings wird mit solch einem Honigrührer ausreichend Muskelkraft benötigt.

Wer größere Honigerträge rühren möchte, schaut sich nach einem elektrisch betriebenen Gerät um. Am besten eignen sich für diesen Zweck Zweihand-Rührwerke, die sich eventuell auch einspannen lassen. So kann der Honig vollkommen ohne Kraftanstrengung gerührt werden.

Einer der am häufigsten genutzten Honigrührer dürfte der „Rapido“ sein. Dabei handelt es sich um einen aus Edelstahl hergestellten Honigrührer. Als Antrieb kann hier die Bohrmaschine (1000 Watt) oder ein Mörtelrührer fungieren. Für die Bohrmaschine bietet Rapido eine 6-kant Bohrfutteraufnahme und für den Mörtelrührer gibt es eine Sonderausführung mit einem M14 Gewindeadapter.

Auch Bieno bietet mit seinem „Rasant“ einen Honigrührer der Klasse des Rapido an. Aus dem Hause ApiNord stammt eine Rührpropeller, der mit zwei gegenläufigen Rührflügeln arbeitet.

Wenn Du große Honigmengen rühren möchtest, empfiehlt sich eine Rührstation oder eine vollautomatische Rührmaschine. So bietet beispielsweise die Honigrührmaschine von SIPA Rührflügel zum Mischen des Honigs, auch bei unterschiedlichen Füllmengen. Auch ApiNord bietet Rührwerke zur effektiven Honigvermengung an. So kostet etwa ein Rührwerk – ausgelegt für 100 Kilo – zwar um die 1.300 Euro, doch der wirtschaftliche Nutzen ergibt sich aus der Zeitersparnis. Das Rührwerk ist beispielsweise für den Dauerbetrieb geeignet und agiert mit ca. 30 Umdrehungen pro Minute.

Wichtig beim Rühren

Einer der wichtigsten Aspekte beim Honigrühren ist der, dass keine Abriebe in den Honig gelangen dürfen. Gerade bei der Verwendung mit einer Bohrmaschine können immer Bestandteile aus dem Bohrfutter in den Honig fallen – hier muss mit absoluter Sorgfalt gearbeitet werden. Der Honigrührer von Rapido beispielsweise ist so beschaffen, dass er weder vom Behälterrand noch vom Boden Partikel abschaben kann. Dennoch zieht er die Honigmasse aus allen Winkeln an, sodass ein gleichmäßiges Rührergebnis erzielt wird. Weiter ist er so konzipiert, dass er kaum Luft in die Honigmasse einarbeitet.
Überhaupt steht die Hygiene beim Rühren an erster Stelle. Nach getaner Arbeit solltest Du Deinen Honigrührer und Deinen Honigbehälter sorgfältig reinigen, damit sich erst überhaupt keine Keime absetzen können. Und Du kannst bei der nächsten Aktion direkt loslegen. Gerade bei Gerätschaften aus Edelstahl ist die Reinigung ein Kinderspiel – das erklärt die Beliebtheit.