Propolis Honig

Sonnenblumenhonig wird aus dem Nektar von Sonnenblumen gewonnen, Rapshonig von Rapsblüten und Waldhonig aus Honigtau. Und Propolis Honig? Woraus gewinnt man den? Immerhin wird Honig ausschließlich aus Blütennektar oder Honigtau gewonnen, richtig?
Richtig. Propolis Honig ist eigentlich eine irreführende Bezeichnung, korrekt wäre “Honig mit Propolis”.

Eine Symbiose im Bienenstock

Diese süße Köstlichkeit entsteht durch die Mischung zweier Bienenprodukte: Honig und Propolis. Während Bienen den süßen Saft zur eigenen Nahrungsversorgung produzieren, stellen sie Propolis ausschließlich zum Zwecke der “Desinfektion” ihres Bienenstockes her.
Der Ursprung des klebrigen Kitts liegt im Baumharz, der von Honig in Blütennektar oder Honigtau.
Beides wird von den fleißigen Tieren gesammelt, beides wird von ihnen weiterverarbeitet, doch am Ende der Produktionskette gehen beide Substanzen völlig unterschiedliche Wege: Nektar oder Honigtau werden als Futtervorrat in den Wabenzellen eingelagert. Propolis wird im gesamten Bienenstock verteilt, um Bakterien & Co. vom Eindringen abzuhalten.

Sinn & Zweck

Da Propolis seine Wirkung im Bienenstock gegen Keime voll entfaltet, geht man davon aus, dass das harzige “Zeug” auch außerhalb des Stockes funktioniert. Ich persönlich nutze Propolis tatsächlich bei allen kleinen Wehwehchen, innerlich und äußerlich. Und: ich bin von der Wirkung überzeugt, so wie vermutlich nahezu alle Imker. Deswegen gibt es bei meinem Honig immer einen Schuss Propolis dazu, einfach, um das ohnehin hochwertige süße Lebensmittel noch weiter zu erhöhen.

Propolis in den Wabenzellen

In einem “normalen” Bienenstock tragen Bienen nicht nur Nektar oder Honigtau ein. In ganz geringen Spuren kommen Pollenanteile sowie auch Spuren von Propolis vor. Allerdings sind die wirklich minimal und kaum messbar, zumindest die der Propolis. Um es in das Honigglas zu bekommen, mache ich es so: Ich friere frische Propolis ein, um sie in tiefgefrorenem Zustand zu pulverisieren. Daraus mache ich dann ein Extrakt und das kann direkt in den Honig eingerührt werden. So kann ich sicher sein, keine andere organische Materialien im Honig zu haben. Denn an frischer Propolis kleben dann schon mal winzige Holzstücke oder andere organische Substanzen, die ich nicht im Honig haben möchte.

Propolis Honig

Als Imker nehme ich meist einen feinen Blütenhonig, um Propolis einzurühren. Mir ist ein cremig gerührter Honig wichtig, denn bei einem klaren Honig käme es zu einer Phasentrennung, was sicher optisch nicht sonderlich viel hermachen würde. Warum tue ich das überhaupt? Das hat zwei Gründe: Einerseits schmeckt es einfach sehr lecker, die Propolis verleiht dem Honig einen herzhaften, leicht rustikalen Geschmack. Und zweitens ist das sogenannte Bienenkitt eine echte Bereicherung.