Refraktometer – Infos, Erfahrung, Kaufempfehlung

In diesem Artikel erfährst Du alles Wesentliche über Refraktometer. Für Verkäufer von Honig ist ein solches Gerät Pflicht, für Hobbyimker, die ihren Honig zur Selbstversorgung nutzen, ist es hilfreich.
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Letztendlich ist Honig ein Lebensmittel aus dem Bestand der Natur. Genau deswegen gelten verschiedene Grundsätze, deren Einhaltung bei der Vermarktung verbindlich sind. Oft wird über Verordnungen müde gelächelt, doch letztendlich dienen die meisten unserer Gesundheit und unserem Schutz – ganz besonders im Bereich von Nahrungsmitteln.

Mit einem Refraktometer wird exakt der Wassergehalt im Honig bemessen. So können Verbraucher sicher sein, kein verwässertes Produkt zu kaufen. Zumal ein zu hoher Wassergehalt im Honig zu einer Gärung führen kann und er lange nicht so haltbar ist.

Wer einmal eine offizielle Honigprämierung des Deutschen Honigbundes besuchte, dürfte mit Erstaunen feststellen, dass der Wassergehalt eine entscheidende Rolle spielt. Je niedriger dieser im Honig ist, umso besser die Bewertung. Allerdings gibt es auch unter Berufsimkern die Theorie, dass dem Wassergehalt viel zu viel Bedeutung beigemessen wird.

Um den exakten Wasseranteil im Honig zu bestimmen, wird ein Refraktometer eingesetzt. Dabei gibt es entweder das Handrefraktometer oder eines in digitaler Form. Abgesehen vom Preis liefern beide – je nach Modell – zuverlässige Werte und zeigen den Anteil von Wasser im Honig an.

Was ist ein Refraktometer?


Grundsätzlich ist ein Refraktometer ein Messgerät. Dabei wird die Brechung des Lichtes (Refraktion) genutzt. So kann der Brechungsindex von flüssigen oder festen Stoffen bestimmt werden. Imker nutzen einen Refraktometer, um den Wassergehalt ihres Honigs zu bestimmen. Dieser Wert ist wichtig, wenn der Honig verkauft werden soll. Die Deutsche Honigverordnung hat den Höchstwert des Wassergehaltes auf 20 Prozent angesetzt. Mitglieder im Deutschen Imkerbund, die ihren Honig nach den D.I.B. Bestimmungen verkaufen möchten, dürfen einen maximalen Wassergehalt von 18 Prozent nicht übersteigen. Die einzige Ausnahme bildet der Heidehonig: er darf laut der Honigverordnung 23 Prozent und laut dem Deutschen Imkerbund 21,4 Prozent Wassergehalt beinhalten. Solche genauen Messwerte können selbstredend nicht mehr abgeschätzt werden, ohne entsprechende Gerätschaften kommst Du hier nicht weiter. Allerdings gibt es unterschiedliche Messarten und um die geht es hier in diesem Artikel.

Methoden zur Reifeprüfung

Mit steigendem Reifegrad wird Honig zähflüssiger. Eine übliche, allerdings sehr ungenaue Prüfung des Reifegrades basiert genau auf dieser Tatsache. Die sogenannte Spritzprobe gibt erste Hinweise darauf, ob schon die Honigschleuder bereitgestellt werden kann – sprich, ob der Honig erntereif ist. Dazu nimmst Du die Wabe in waagerechter Position raus, schwenkst sie nach unten und reißt sie ruckartig wieder nach oben, in waagerechter Position haltend. Tropft Honig raus, ist er noch nicht erntereif. Allerdings sollte diese Probe früh am Morgen gemacht werden, solange die fleißigen Insekten noch keinen neuen Nektar eingetragen haben. Dennoch – diese Spritzprobe kann täuschen: Denn unreifer Honig, der mehr als 18 Prozent Wassergehalt aufweist, spritzt ebenfalls nicht, deswegen ist hier Vorsicht angesagt!

Fast alles verdeckelt, ergo erntereif? Auch das ist eine Theorie, die sich nicht unbedingt bewahrheiten muss. Denn es kann vorkommen, dass verdeckelte Honigwaben mit einem hohen Wassergehalt einhergehen. Häufig geschieht dies bei starkem Trachteintrag, bei längeren Regenzeiten oder bei geringem Bienenbesatz.

Wer ein genaues Ergebnis haben möchte, nutzt definitiv einen Refraktometer. Das ist eines der wichtigsten Geräte rund um den Honigertrag überhaupt. Die Handhabung ist unkompliziert, liefert ein sicheres Ergebnis und in der Anschaffung ist ein Refraktometer absolut erschwinglich.

Handrefraktometer - digitaler Refraktometer

Viele Imker nutzen lieber ein Handrefraktometer zur Messung des Wassergehaltes. Bei einem Refraktometer handelt es sich um ein sogenanntes optisches Messgerät. Dabei spielt die Handhabung eine wichtige Rolle bei der eigentlichen Messung. Diese findet indirekt über die Lichtbrechung statt. So muss beispielsweise ein kleiner Tropfen Honig auf das Prisma aufgebracht werden. Ist zu wenig oder zu viel Honig auf dem Prisma, wird das Ergebnis verfälscht.

Das eigentliche Handrefraktometer besteht aus einem Okular und dem Prisma. Zum Zubehör gehören optional ein kleiner Schraubendreher, eine Pipette und meist ein kleines Tuch. Der Schraubendreher dient der Kalibrierung, die vor dem ersten Test durchgeführt werden sollte. Dazu werden ein bis zwei Tropfen einer Kalibrierungsflüssigkeit auf das Prisma aufgetragen. Diese ist entweder beim Zubehör dabei oder muss extra erworben werden. Da der genaue Wert der Kalibrierungsflüssigkeit bekannt ist, sollte der Refraktometer ergo diesen Wert anzeigen. Ein Blick durch das Okular gibt darüber Aufschluss. Weicht der Wert ab, wird der richtige Wert mit dem Schraubendreher eingestellt. Das Prisma reinigen und erneut testen – jetzt sollte der genaue Wert angezeigt werden.

Beim digitalen Refraktometer empfiehlt sich vor der Messung des Honigs ebenfalls eine Testmessung mit der Kalibrierungsflüssigkeit. Die eigentliche Messung des Honigs wird über ein Prisma ausgeführt, auf das der Honig aufgebracht wird – also gleich wie beim Handrefraktometer. Anschließend wird der Deckel geschlossen und das Display zeigt den Wert an.

Beide Varianten haben ihre Vorzüge. Ein Handrefraktometer ist nicht ganz so empfindlich und benötigt vor allem keine Batterien. Ein digitales Refraktometer hingegen muss nicht gegen eine Lichtquelle gehalten werden und eine Justierung des Okulars fällt ebenfalls aus. Dafür solltest Du Ersatzbatterien bei Dir tragen, wenn Du das gerät mit zum Bienenstand nimmst. Nicht, dass ausgerechnet bei Deinem Messvorhaben die Stromversorgung nicht mehr mitspielt.

Der Messbereich

Normalerweise zeigen Honig-Refraktometer den Wassergehalt zwischen 12 und 26 Prozent an. Solche Modelle sind nach der AOAC-Methode (Association of Official Agricultural Chemists) geeicht und eignen sich daher zur Wassergehaltsbestimmung im Honig – auch für die Vermarktung. Darüber hinaus sind sie laut der Honigverordnung sogar vorgeschrieben. Je nach Modell wird der Messwert in 1,0- , 0,5- oder sogar in 0,1-prozentigen Schritten angegeben. Allerdings sind Skaleneinteilungen von mehr als 0,5 Prozent eher als ungenau einzustufen.

Da jeder ein anderes Sehvermögen hat, ist das Okular im Normalfall justierbar, so dass es individuell auf das eigene Augenlicht eingestellt werden kann.

Die Korrektur

Neuere Geräte sind mit einem integrierten Thermometer ausgestattet. Das hat den Hintergrund, dass Refraktometer auf eine bestimmte Temperatur geeicht sind, meist 20 Grad. Da diese Umgebungstemperatur nicht unbedingt immer vorherrscht, werden in gute Geräte automatische Temperaturkompensationen verbaut. Ist dies nicht der Fall, kein Problem – dann muss anhand einer Tabelle der korrekte Wert ermittelt werden.

Ein Messprisma und ein Zusatzprisma

Wenn Du es ganz komfortabel haben möchtest, dann schaue Dich nach einem Refraktometer mit einem Zusatzprisma um. Denn bei solchen Modellen wird das Licht quasi über das Zusatzprisma auf das Messprisma geleitet. Das hat den Vorteil, dass Du auch trübe Proben korrekt messen kannst. Wobei der Honig bestimmte Voraussetzungen erfüllen sollte, um überhaupt messbar zu sein, dazu im folgenden Absatz mehr.

Wie wird der Wassergehalt gemessen?

Der Honig muss vollkommen klar – also ohne Kristallbildung – sein. Haben sich Kristalle gebildet, wird der Honig vorsichtig im Backofen bei 50 Grad angewärmt, bis sich alle Kristalle aufgelöst haben. Falls es zum „Aufwärmen“ kommt, muss der Honig erst wieder seine normale Temperatur erreichen, bevor gemessen werden kann.

Jetzt gibst Du vorsichtig ein oder zwei Tropfen des Honigs auf das Messprisma. Vorsicht – das Prisma ist sehr empfindlich, hantiere nicht mit einem harten Gegenstand, etwa einem Metalllöffel in der Nähe des Prisma. Die Klappe über dem Prisma wird komplett geschlossen, dabei ist es wichtig, dass das Messfeld absolut mit Honig bedeckt ist. Achte vor allem darauf, dass keine Luftblasen eingeschlossen sind, das würde das Testergebnis ebenfalls verfälschen.

Der Refraktometer wird gegen eine helle Lichtquelle gehalten und Du schaust durch das Okular. Stelle den Okularring scharf, damit Du die Messskala ablesen kannst. Die Grenze zwischen dem hellen und dunklen Bereich auf der Skala markiert den Messwert.

Die Reinigung eines Refraktometer

Niemals darf das Honig-Refraktometer unter fließendem Wasser gereinigt werden. Hilfreich ist ein leicht angefeuchtetes Tuch, mit dem der Honig vorsichtig vom Prisma abgewischt wird. Anschließend sorgt ein weiches, fusselfreies Tuch für eine Trocknung des Prisma.

Ein zerkratztes Prisma ist unbrauchbar. Da die Messung über die Lichtbrechung erfolgt, wäre die Messung in jedem Fall nicht mehr korrekt. Ein Schutzetui und die Prismaklappe sorgen dafür, dass ein Refraktometer sicher aufbewahrt werden kann, ohne dass das Prisma Schaden davon trägt.

Das Messen am Bienenstand

Um ein genaues Ergebnis zu bekommen, sollte der Honig nicht nur aus einer Zelle entnommen werden. Idealerweise werden mehrere Wabenzellen genutzt, um einen aussagekräftigen Wert zu erhalten. Die meisten Imker nutzen dafür ein Streichholz, um kleine Honigmengen aus den Zellen zu entnehmen. Würdest Du nämlich nur eine Zelle nutzen – und wäre genau die noch wässrig, würdest Du ein völlig falsches Bild des tatsächlichen Wassergehaltes bekommen. Deswegen sollte beim Messen lieber mehr Vorsicht und Umsicht eingesetzt werden, ganz besonders, wenn der Honig verkauft werden soll.

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Drillpo bietet Handrefraktometer an, die durch Eigenschaften wie eine gute Handhabung, solide Messergebnisse und einem günstigen Preis punkten. Auch der Hersteller „Dr. Richter“ dürfte vielen Imkern ein Begriff sein, dessen Refraktometer überzeugen durch Messgenauigkeit und eine hochwertige Verarbeitung. Weitere bekannte Hersteller von Refraktometer sind GoChange, ATC, Kern oder Atago, um nur einige zu nennen.

Manuell oder digital messen?

Ein gutes Handrefraktometer zeigt den Wert zuverlässig an. Vorausgesetzt, die Vorbereitungen zur Messung wurden mit Sorgfalt ausgeführt. Ein digitales Refraktometer ist natürlich deutlich kostenintensiver, bietet dafür eine bequeme Art der Messung. Letztendlich muss jeder Imker für sich selbst entscheiden, ob er den Wassergehalt im Honig auf einem Display komfortabel ablesen möchte oder ob ihm der kurze Blick durch ein Okular reicht.